Ev.-luth. Kirchen in Darrigsdorf, Ohrdorf und Wittingen

KG Wittingen - Ohrdorf - Darrigsdorf

Bereisung der Gemeinde Wittingen - Ohrdorf während der Visitation vom 02. bis 12. September 2019

Quelle: A.S.
Christian Berndt, Superintendent des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen seit 2018
Vom 02. bis zum 12. September findet in diesem Jahr die eigentlich schon für 2017 geplante und vorbereitete Visitation des Verbundenen Pfarramtes Wittingen-Ohrdorf und Darrigsdorf durch den zuständigen Superintendenten statt. Durch den plötzlichen Rücktritt von Frau Dr. Löhmannsröben vor zwei Jahren musste diese verschoben werden.

Im Rahmen dieser Visitation der Kirchengemeinden Wittingen-Ohrdorf und Darrigsdorf durch den Superintendenten Christian Berndt fand am Donnerstag, den 05. September die für eine Visitation obligatorische „Bereisung“ der Gesamtkirchengemeinde Wittingen-Ohrdorf statt. Dieser Tag gibt generell Gelegenheit, sich an verschiedenen Orten ein Bild zu machen von den Strukturen einer Gemeinde und mit unterschiedlichen Berufsgruppen, ehrenamtlich Tätigen und Mitgliedern der Gemeinde ins Gespräch zu kommen.

Begleitet wurde der Superintendent durch Frau Müller, einem Mitglied des Kirchenkreisvorstandes in Wolfsburg. Auch die Pastoren der Kirchengemeinde, Dr. Frank Kleinschmidt, der das Programm dieses Tages vorbereitet hatte und Olaf Klein, begleiteten Herrn Berndt zu den verschiedenen Anlaufpunkten.

Die erste Station bildete Schneflingen mit der Besichtigung des landwirtschaftlichen Betriebes der Familie Glupe. Mathias und Michaela  Glupe bewirtschaften hier in der 7. Generation den Hof. Vier Generationen leben bei Glupes unter einem Dach. Mit ihren rüstigen 90 Jahren ist Marianne Glupe als „Uroma“ die Älteste auf dem Hof, die 8. Generation wächst mit Johann, Ida und Marten auch bereits heran, Johann mit 9 Jahren schon im Grundschul- die beiden jüngeren Geschwister im Kindergartenalter. 
Auf etwa 230 ha Nutzfläche (Ackerland und Wald) werden Getreide, Zuckerrüben und Mais angebaut, letztere vor allem auch für das Betreiben der auf dem Hof befindlichen Biogasanlage. Zusätzlich unterhält die Familie eine Schweinemast.

Auf Anfrage von Herrn Berndt bezüglich eventueller Wünsche an die Kirche nennt Mathias Glupe zwei Dinge. Wichtig wäre für ihn der Erhalt des Kindergartens in Ohrdorf mit der Erweiterung um einen Krippenbereich, damit auch die jüngeren Generationen auf den Dörfern weiterhin mit ihren Familien leben können. Weiterhin wünscht er sich eine Kontinuität in der Besetzung von Pfarrstellen, da dies Vertrautheit und Nähe für die Menschen darstellt, die in diesem ländlich geprägten Raum noch eine engere Anbindung an die Kirche spüren und leben als in den Städten.     
Nach diesem Besuch machte sich die Gruppe auf den Weg nach Suderwittingen. In der kleinen Dorfkapelle „Heilige Drei Könige“ hielt Dr. Kleinschmidt für die dort versammelten Gemeindemitglieder und die Delegation eine Andacht ab. Im Anschluss daran war im Hofcafe Berlinecke Gelegenheit, mit dem Superintendenten, Frau Müller und den Pastoren ins Gespräch zu kommen. 
Als dritte Station erwarteten Frau Striecks-Fricke und Frau Matte vom DRK-Seniorenheim Herrn Berndt in Wittingen. 70 Senioren wohnen zurzeit im Haus, damit ist die Aufnahmekapazität erreicht. Der Bedarf ist allerdings noch um einiges höher, pro Tag gehen drei bis vier Anfragen im Büro auf einen freien Platz ein. Die Delegation konnte sich während eines Rundganges ein Bild von der Struktur des Hauses und der Wohnqualität der Bewohnerinnen und Bewohner machen. Mittlerweile gibt es nur noch Einzelzimmer im Haus, und bis auf die Grundausstattung eines jeden Zimmers (behindertengerechtes Bett, Nachttisch und Schrank), die vom DRK gestellt wird, kann jeder eigene Möbel nach Wunsch mitbringen. Dies erhöht den Wohlfühlcharakter innerhalb des persönlichen Bereiches.

Frau Striecks-Fricke beantwortete die Anfrage von Herrn Berndt bezüglich der generellen Personalknappheit auf dem gesamten Pflegesektor als für ihr Haus gottseidank nicht zutreffend. Aufgrund eines guten Personalmanagements sind in Wittingen zurzeit keine Defizite im Personalbereich zu beklagen.

Sehr zufrieden zeigte sie sich in Bezug auf die Zusammenarbeit mit der Kirche. Zusätzlich zu den wöchentlich stattfindenden Andachten, für die es einen speziell eingerichteten Raum gibt, besteht weiterer Kontakt durch regelmäßige monatliche Seniorennachmittage, die jeweils einem speziellen Thema gewidmet sind, und an denen auch die Geburtstage des Monats noch einmal bedacht werden. Darüber hinaus kann jeder Bewohner oder auch Angehörige der Bewohner sich persönliche geistliche Unterstützung durch das Pfarramt in der Sterbebegleitung erbitten. Der Kontakt zu Pastor Dr. Kleinschmidt und die Zusammenarbeit seien sehr gut, ihr Wunsch sei, dass alles so bliebe, wie es ist. 
Zum Schluss der „Bereisung“ erwartete Frau Marianne Wolter-Niefind den Superintendenten am Nachmittag in  Lüben. Bei einer kleinen Führung durch den ältesten Teil des Dorfes erläuterte sie die Geschichte Lübens, die Geschichte ihrer eigenen, einer lang angestammten Lübener Familie und anderer Familien des Dorfes, die seit Generationen die Geschichte Lübens mitgestaltet haben.

Nach einem kurzen Besuch in der Kapelle zeigte Frau Wolter-Niefind mit besonderer Freude und Stolz das Lübener Museum, das in einem alten Hofgebäude mitten im Dorf untergebracht ist und 1995 eingerichtet wurde. Eine große Freude sei dies damals in Lüben gewesen, da auch Heinz Wrobel dieses Museum gerne nach Gifhorn auf das Gelände seines Mühlenmuseums gehabt hätte.

Neben alten Erntemaschinen zeigte und erklärte Frau Wolter-Niefind auch Gerätschaften aus Küche, Wohn- und Spielbereich früherer Zeiten, sowie im Obergeschoss Trophäen, Möbel, Geräte und Skuriles aus dem Jagd- und Angelbereich.

Auf einen Wunsch angesprochen, hätte Frau Wolter-Niefind gerne noch mehr Besucher, auch Gruppen, Schulklassen, die die Angebote des Museums nutzen könnten und dadurch auch helfen würden, dieses langjährige wertvolle Projekt für diese Region weiterhin zu sichern. Leider hätten sich auch viele der damaligen Initiatoren dieses Projektes zurückgezogen. Die heutigen, nicht geringen Unkosten würden hauptsächlich durch die jährlichen Zuwendungen der Stadt Wittingen und die Beiträge der etwa 100 Mitglieder des Museumsvereins Lüben abgedeckt und auch durch der Reinerlös des alljährlich im März stattfindenden „Schlachtefestes“, das jeweils zwischen 400 und 600 Besucher ins Dorf lockt. 
Den Abschluss bildete ein Besuch in der „Lübener Tenne“, in der Frau Imke Wolter nicht nur von der Geschichte dieses alten Gasthauses und der heutigen vielfältigen Nutzung, wie zum Beispiel der seit 30 Jahren in Lüben angesiedelten international besetzten Künstlerwoche, die alle zwei Jahre in und rund um das Gasthaus stattfindet, erzählte, sondern auch mit einem Abendessen in gemütlichem Ambiente und „Lübener Hochzeitssuppe“ ländlich stilvoll den Tag ausklingen ließ. 
Herr Berndt und Frau Müller bedankten sich zum Abschluss noch einmal für die interessanten und offenen Begegnungen im Laufe dieses Tages, die ihnen einen wertvollen Einblick in diese Kirchengemeinde gegeben hätten, sie fühlten sich herzlich aufgenommen in allen vier Ortschaften und rundherum „liebevoll betreut“ in ihrem „leiblichen Wohl“ in jedem Dorf. Dieser Dank geht auf diesem Wege noch einmal an alle Beteiligten, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben.
                                                                                                                                                                 ( A.S. )

Visitationsgottesdienst am 08. September 2019

Zum Abschluss der Visitationswoche in den Kirchengemeinden Wittingen-Ohrdorf und Darrigsdorf fand in der St. Stephanuskirche ein gemeinsamer Gottesdienst statt.

Gospelklänge geleiteten die Kirchenvorstände, die beiden Gemeindepastoren Olaf Klein und Dr. Frank Kleinschmidt und den Superintendenten Christian Berndt in die Kirche.  
Henrik Nielsen, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes Wittingen-Ohrdorf, begrüßte die Gemeinde und Herrn Berndt. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass diese Visitation jetzt habe stattfinden können, und dieser Besuch des Superintendenten neue Impulse für alle Haupt- und Ehrenamtliche geben könne, zum Wohle der Gemeinde beständig und doch innovativ zu arbeiten.  Ein Blick von „außen“ tue dabei von Zeit zu Zeit sehr gut.   
Quelle: A.S.
Herr Klein und Dr.Kleinschmidt, die den Gottesdienst im Wechsel gestalteten, hatten den Gottesdienst unter das Thema „Beten und Bitten“ gestellt. 

Im Laufe seiner Predigt sprach Dr. Kleinschmidt vom Beten und Bitten: „Klopfet an, so wird euch aufgetan.“  Die Kirchengemeinden vor Ort haben Bitten an den Kirchenkreis, wie zum Beispiel in Bezug auf die demnächst neu zu besetzende Stelle von Imke Weitz und hofft durch eine gleichwertige Besetzung auf den Fortbestand der lebendigen umfangreichen kirchenmusikalischen Arbeit im Nordbereich des Kirchenkreises. Auch an die Kirchenvorstände der Gemeinden werden oft Wünsche herangetragen, „die Türen zu öffnen“, anderen Gruppierungen beispielsweise Räumlichkeiten für ihr Arbeit zur Verfügung zu stellen. „Nur im Sich öffnen für Andere und Anderes, für Neues, in Gemeinsamkeit gehe es voran, wenn es an der einen oder anderen Stelle dann vielleicht auch einmal Verzicht bedeuten könne und nicht alle individuellen Wünsche zu verwirklichen seien.“ 

Herr Klein lud die Gemeinde dazu ein, sich Gedanken darüber zu machen, mit welchen Inhalten ein Fürbittengebet gefüllt werden könne und diese auf bereit gelegten Zettel schriftlich zu fixieren. Eine Auswahl dieser Bitten wurden von Herr Klein und Superintendent Berndt im Wechsel verlesen. Neben den Bitten für kranke und verzweifelte Menschen war der Gemeinde auch der Wunsch nach gutem Zusammenwachsen der Kirchengemeinden und Zusammenhalt in Zeiten ständiger Veränderung wichtig. Nicht alle Bitten konnten am Sonntag verlesen werden, Herr Klein verwies auf die Andacht am kommenden Donnerstag in der Kapelle, dort würde fortgeführt, was hier begonnen worden sei, „keine Bitte bliebe ungehört“.   

Zum Ende des Gottesdienstes bedankte sich Superintendent Berndt, auch im Namen der Mitglieder des Kirchkreisvorstandes, die ihn während der Visitation begleitet hatten, für die vielen guten Begegnungen und offenen Worte der vergangenen Tage, die ihm geholfen hätten, sich einen Eindruck zu verschaffen über die kirchliche Arbeit der beiden Kirchengemeinden und das Leben innerhalb der Dörfer und Gemeinden.   
Musikalisch stimmungsvoll umrahmt wurde der Gottesdienst durch den Gospelchor „Lay it all down“ und dem Kinderchor „Wir sind hier zusammen in Jesu Namen“, beide geleitet von Imke Weitz.    
Im Anschluss hatte die Gemeinde die Gelegenheit, sich in zwanglosem Beisammensein im Stephanushaus auszutauschen und noch einmal abschließend mit Herrn Berndt ins Gespräch zu kommen. Für das leibliche Wohl war wunderbar gesorgt. 

Ein Dankeschön auf diesem Wege von Pastor Dr. Kleinschmidt an alle begleitenden Gemeindemitglieder und die vielen „helfenden Hände“, die zum Gelingen dieser Visitationstage beigetragen haben. 
                                                                                                                                                                          ( A.S. )